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 Widmann

Das böse Weib

Ich hab ein böses Weib, die plagt mir meinen Leib,
O mala herba!
Und tut stets mit mir zanken!
Klopfe sie, puffe sie!
Ob ich sie gleich lieb hab´, wünscht sie mir doch das Grab
Und wollt, ich tät erkranken.
Klopfe sie, puffe sie!
Nimm sie bei dem Flügel
Und schmier sie mit ei´m Prügel,
Den alten Igel Höllriegel.

Wann ich zu ihr sprich weiß, so sagt sie schwarz mit Fleiß
O mala herba!
Und tut mir widerstreben!
Klopfe sie, puffe sie!
Wann ich begehre kalt, so bringt sie heiß, die Alt´,
Will gar nichts auf mich geben.
Klopfe sie, puffe sie!
Nimm sie bei dem Flügel
Und schmier sie mit ei´m Prügel,
Den alten Igel Höllriegel.

Im Haus schwirrt´s hin und her und murrt gleich wie ein Bär,
O mala herba!
Greint, schilt, mufft mit der Goschen!
Klopfe sie, puffe sie!
Die Tür schlägt´s auf und zu und lässt mir gar kein´ Ruh,
Bis´ Maul wird ihr erdroschen.
Klopfe sie, puffe sie!
Nimm sie bei dem Flügel
Und schmier sie mit ei´m Prügel,
Den alten Igel Höllriegel.

Wann einer tauscht mit mir, geb´ mir ein´ jung´ dafür,
O mala herba!
Wollt´ ihm ein Ross aufgeben,
Klopfe sie, puffe sie!
Ein´ Ochsen und ein´ Kuh gäb ich ihm auch dazu,
Eh ich führt solches Leben!
Klopfe sie, puffe sie!
Nimm sie bei dem Flügel
Und schmier sie mit ei´m Prügel,
Den alten Igel Höllriegel.
Lass ihr nicht den Zügel!

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Der Floh

Es ist ein Tierlein auf der Welt,
Hält sich gar gern zu´n Weiben.
Wiewohl es ihnen nicht gefällt,
Kanns doch kein Mensch vertreiben.
Es beißt und sticht, es hilft auch nicht,
Wenn man sich fest tut reiben.
Es ist ein Floh, dess´ sein nicht froh
Die jung und alten Weiben
Ein Floh, ein Floh, der beißt und sticht,
Er zwickt und pickt,
Er stupst und hupst,
Er kreucht und weicht,
Er kitzelt und bitzelt,
Er krabbelt und zappelt,
Die Maidlein und die Weiben
Nicht sicher vor ihm bleiben.

Die Weiber haben große Pein,
Von Flöhen über´d Maßen.
Bei ihnen findt man groß und klein,
Kein Ruh sie ihnen lassen.
Im Hemd und Kleid tun´s ihnen leid,
Im Haus und auf der Gassen,
Im Pelz und Rock sitzt manches Schock,
Und plagen´s auf der Straßen.
Ein Floh, ein Floh, der beißt und sticht,
Er zwickt und pickt,
Er stupst und hupst,
Er kreucht und weicht,
Er kitzelt und bitzelt,
Er krabbelt und zappelt,
Die Maidlein und die Weiben
Nicht sicher vor ihm bleiben.

Wenn d´Weiber in die Kirchen gehn
Oder zur Gastung wöllen,
So tun sie erst am Fenstern stehn
Und fangen manchen Gsellen.
Mit großem Fleiß, auf manche Weis´
Den Flöhen sie nachstellen,
Und wenn sie´s dann erhaschet han,
So tun sies weidlich knellen.
Ein Floh, ein Floh, der beißt und sticht,
Er zwickt und pickt,
Er stupst und hupst,
Er kreucht und weicht,
Er kitzelt und bitzelt,
Er krabbelt und zappelt,
Die Maidlein und die Weiben
Nicht sicher vor ihm bleiben.

Line

Der schlimme Mann

Ich armes Weib mein Zeit vertreib
Mit Weinen und mit Klagen;
Si credere fas est.
Denn mir mein Mann kein Gut will tun,
Mit ihm muss ich verzagen.
Si credis mulieribus
Et semper cares fustibus,
Stultus eris et asinus.

Zum Wein er lauft, er frisst und sauft,
Tut mir mein Gut verzehren:
Si credere fas est.
Er flucht und schilt, ja prasst und spielt,
Ich kann´s ihm nicht erwehren.
Si credis mulieribus
Et semper cares fustibus,
Stultus eris et asinus.

Wann er heimkommt, er murrt und brummt,
Als wollt er alles fressen;
Si credere fas est.
Ich glaub fürwahr, es hab ihn gar
Der leidig Teufel b´sessen.
Si credis mulieribus
Et semper cares fustibus,
Stultus eris et asinus.

Sag ich ein Wort, dass er´s erhört
So tritt er mich mit Füßen;
Si credere fas est.
Jagt mich hinaus aus meinem Haus,
Soll mcih das nicht verdrießen?
Si credis mulieribus
Et semper cares fustibus,
Stultus eris et asinus.

Darum ich sprich, mir recht geschicht
Dass ich nicht nahm meingleichen;
Si credere fas est.
Denn Jung und Alt - wie heiß und kalt -
Einander müssen weichen.
Si credis mulieribus
Et semper cares fustibus,
Stultus eris et asinus.

Der vorig´ Mann hat mir´s nicht tan
Hielt mich besser in Ehren;
Si credere fas est.
Dennoch ich hab ihm g´wünscht das Grab,
Hätt g´habt ein jungen geren.
Si credis mulieribus
Et semper cares fustibus,
Stultus eris et asinus.

Line

Die Gänse

Was haben doch die Gäns getan,
Dass so viel müssen´s Leben lan?
Die Gäns mit ihrem Dadern, da da da da da da,
Mit ihrem Geschrei und Schnadern, da da da da da da da da,
Sankt Martin han verraten, da da da da da da da,
Darum tut man sie braten, da da da.....

Ist´s wahr, dass sie verraten han
Sankt Martin, den heil´gen Mann?
Die Gäns mit ihrem Dadern, da da da da da da,
Mit ihrem Geschrei und Schnadern, da da da da da da da da,
Sankt Martin han verraten, da da da da da da da,
Darum tut man sie braten, da da da.....

So müssen´s mit dem Leben zwar
Den Zahnten geben alle Jahr.
Die Gäns mit ihrem Dadern, da da da da da da,
Mit ihrem Geschrei und Schnadern, da da da da da da da da,
Sankt Martin han verraten, da da da da da da da,
Darum tut man sie braten, da da da.....

Bei süßem Most und kühlem Wein
Vertreibt man ihn´ das Dadern fein.
Die Gäns mit ihrem Dadern, da da da da da da,
Mit ihrem Geschrei und Schnadern, da da da da da da da da,
Sankt Martin han verraten, da da da da da da da,
Darum tut man sie braten, da da da.....

So lasset uns all insgemein
Bei `braten Gänsen fröhlich sein!
Die Gäns mit ihrem Dadern, da da da da da da,
Mit ihrem Geschrei und Schnadern, da da da da da da da da,
Sankt Martin han verraten, da da da da da da da,
Darum tut man sie braten, da da da.....

Line

Miserere mei

Einjunger Gsell wollt beten,
Tat drum in d´Kirchen treten.
Er sprach ohn alles Scheuen:
Ich wollt gern eine freien.
Miserere mei.

O Sancta Magdalene,
Bescher mir eine Schöne,
Die an ihr hätt all Gaben,
Ein solche möcht ich haben.
Miserere mei.

Bescher mir, o Sanct Anna,
Ein keusch´ und rein´ Susanna,
Holdselig an all Orten
In Werken und in Worten.
Miserere mei.

O Dorothea fromme,
Hilf dass ich auch bekomme
Für meinen jungen Leibe
Ein reich´s vermöglich´s Weibe.
Miserere mei.

Mit vielen tausen Gulden,
So käm ich aus den Schulden
Und hätt viel Wein im Keller,
Gut Bisslein auf dem Teller.
Miserere mei.

Ihr heil´gen Frauen alle
Beschert mir ein´ ohn´ Galle,
Die freundlich sei bei Tage
Und mich bei Nacht nicht plage.
Miserere mei.

In Summ´ ich haben sollte
Sie gern tät, was ich wollte,
Fänd ich solch Gab´n beisammen,
So spräch ich fröhlich: Amen.
Miserere mei.

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