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 Presse

Nordwest-Zeitung, 17.08.1993

Musik des Mittelalters und der Renaissance
Kunstfreunde-Konzert abseits des Trubels

Von Richard Kamp

Aschhausen. Abseits vom großen Trubel bot der Verein der Kunstfreunde Bad Zwischenahn ein Einhören in die Klangwelt mittelalterlicher Renaissance Musik im Charlottenhof an der Wiefelsteder Straße. Das schöne Gehöft in ländlicher Stille war der ideale Rahmen für die ungewöhnliche Veranstaltung in der Zwischenahner Woche.

Christiane Thiemt und Anne Bredemeier entführten eine stattliche Anzahl interessierter Zuhörer mit einer Fülle von Instrumenten und Gesang in die Frühzeit abendländischer Musik. Die ein- bis zweistimmigen Estampien sind noch nicht an die Gesetze späterer Harmonik gebunden, man experimentiert mit Zusammenklängen mal mit ruhigen Fundamenttönen, dann auch in Quartenparallelen. Die beiden Interpretinnen wußten mit immer neuen Kombinationen die bunte Vielfalt mittelalterlichen Musizierens zu verwirklichen. Quäkender Schalmeienton, nasale Krummhornklänge, Blockflöten vom sonoren Baß bis zu spitzen Miniflötentönen, zarte Fiedelmusik und rhythmische Handtrommeln erklangen in stets wechselnden Kombinationen. Die mittelalterliche Musizierpraxis kannte noch keine verbindlichen Instrumentationen, Gesang und Instrument verbanden sich ebenso selbstverständlich miteinander. Neidhardt von Reuenthal, Walter von der Vogelweide, Oswald von Wolkenstein erklangen neben dem berühmten “Lamento di Tristano”.

Die Renaissance war mit kunstvollen Bicinien, zweistimmigen Sätzen auch aus Frankreich und England, charakte- ristisch vertreten. Die beiden Instrumentalisten wandelten sich nach Bedarf zu sängerischer Gestaltung, wobei deutlich wurde, wie selbstverständlich zu jener Zeit Spiel und Gesang sich noch miteinander verknüpften. Der Wechselgesang von Mann und Frau wurde sogar von einer Sängerin überzeugend geboten. Für die beiden Künstlerinnen gab es viel Beifall und Blumen, für die Zuhörer noch einige Zugaben.

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Nordwest-Zeitung, 09.12.1993

[...] Das Blockflötenduo für Alte Musik, Anne Bredemeier und Christiane Thiemt, faszinierte das Publikum mit mittelalterlichen Weisen, die auf alten Instrumenten und vocal vorgetragen wurden. [...]

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Nordwest-Zeitung, 07.12.1994

[...] Das “Duo für Alte Musik”, Anne Bredemeier und Christiane Thiemt, unterhielt in der Wandelhalle mit besinnlicher Musik. [...]

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Nordwest-Zeitung, 06.09.1996

Raritäten aus dem Mittelalter und der Renaissance
Konzert der Kunstfreunde mit dem Duo “Ductia” im “Charlottenhof” - Selten zu hörendes Liedgut

Von Elisabeth Beerheide

Bad Zwischenahn. Das Duo “Ductia” mit den Musikerinnen Anne Bredemeier und Christiane Thiemt war auf Einladung der Kunstfreunde im “Charlottenhof” zu hören. Ein sehr reichhaltiges, selten zu hörendes Liedgut, das zum Teil aus lateinischen Texten sowie aus dem spanischen, englischen und niederländischen Sprachraum stammt, wurde geboten. Alle Texte waren im Programmheft sorgfältig übersetzt. In der Zeit des Mittelalters und der Renaissance war die Trennung von weltlicher und geistlicher Musik noch nicht vollzogen. Deshalb umfassen die Musikdarbietungen Stücke reiner Vokalmusik, sogenannte Hymnen, Lieder und Lyrik der Troubadoure und Minnesänger bis hin zur Hochblüte der Liedkunst, die damals in den verschiedenen Liederhandschriften niedergeschrieben wurden.

Anne Bredemeier und Christiane Thiemt haben versucht, Text und Musik lebendig zu machen. Mit dem Hymnus “Kyrie magnae Deus potentiae” und dem Hymnus “Ave maris stella” ähnlich dem römischen Choral begannen sie das Konzert.

Beide Musikerinnen verfügen über eine geschulte, mit deutlicher Aussprache musikalisch tragende Stimme, die besonders im Stück “Edi be thu”, einem Loblied auf die Jungfrau Marien, entstanden im 13. Jahrhundert in der Grafschaft Gloucestershire, zu hören war. Die Musikerinnen haben die vielzähligen typischen Renaissance-Instrumente wie zum Beispiel die “einfache” Blockflöte, Fiedeln, die hier meist gezupft als gestrichen wurden, geschickt zur Begleitung ihres Gesanges, aber auch instrumental treffend eingesetzt. So zeigen sie in zwei Bizinien (reine Instrumentalstücke mit strengem Aufbau in Bezug auf zwei Stimmführungen) auf dem Alt- und Tenor-Krummhorn ein munteres, keckes Duo.

Die beiden noch jungen Musikerinnen entwickelten leider die notwendige persönliche Ausstrahlung in Bezug auf Mimik und Gestik erst recht spät und dann etwas wenig an diesem Abend.

Als Zugabe wurde die komplette Familie der Renaissance-Blockflöten in der klassischen Reihenfolge beginnend mit dem “kleinsten Flötlein” der “Garklein-Flöte” bis hin zur Baßflöte, vital, witzig und spritzig vorgetragen.

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