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 Anonymus

Beata viscera

Beata viscera Maria virginis,
Quae fructu gravida aeterni germinis,
In vitae poculo propinat pro nobis,
Et nostro vitio potum dulcedinis.

Gesegnet sei der Leib der Jungfrau Maria,
Der, schwanger mit der Frucht des ewigen Samens,
Einen süßen Trank im Becher des Lebens anbietet,
Für uns und unsere Sünde.

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Edi be thu

Edi be thu hevene queene,
Folkes froovre and engles blis,
Maid unwemmed, moder cleene,
Swich in world non other nis.
On thee hit is welleth seene
Of alle wimmen thu hast the pris.
Mi sweete levdi heer mi beene
And rew of me yif thi will is.

Thu astiye so dairewe
Deleth from the derke night.
Of thee sprong a leeme newe;
Al this world hit hath ilight.
Nis no maid of thine hewe,
So fair, so scheene, so rudi, so bright;
Mi leevdi sweet of me thu rew
And have mercy of thi knight.

Gesegnet seist du, Himmelskönigin,
Trost der Menschen und Entzücken der Engel,
Unbefleckte Jungfrau, reine Mutter,
Wie es in der Welt keine zweite gibt.
In dir ist offenbar,
Dass du von allen Frauen die Höchste bist.
Meine süße Dame, erhöre mein Gebet
Und erbarme dich meiner, wenn es dein Wille ist.

Du bist aufgestiegen, wie der Morgen
Sich von der dunklen Nacht unterscheidet.
Von dir kam ein neuer Sonnenstrahl,
Er hat die ganze Welt erhellt.
Keine Jungfrau hat einen Teint wie du,
So hell, so schön, so rosig, so strahlend,
Meine süße Dame, hab Erbarmen mit mir
Und erweise deinem Ritter deine Barmherzigkeit.

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Ecce quod natura

Ecce, quod natura mutat sua jura:
Virgo parit pura Dei filium.
Ecce, novum gaudium, ecce, novum mirum:
Virgo parit filium, que non novit virum:
Que non novit virum, sed ut pirus pirum,
Gleba fert saphirum, rosa lilium.

Sieh, wie die Natur ihre Gesetze verändert:
Die reine Jungfrau gebiert den Sohn Gottes.
Sieh die neue Freude, sieh das neue Wunder:
Die Jungfrau, die keinen Mann kannte, bekommt einen Sohn:
Die keinen Mann kannte, so wie vom Birnbaum die Birne,
Der Saphir aus der Erde, die Lilie aus der Rose.

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There is no rose

There is no rose of such virtue
As is the rose that bare Jesu.
Alleluia.

Es gibt keine Rose von solcher Tugend,
Wie die Rose, die Jesum gebar.
Alleluia.

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Alta trinita beata

Alta trinita beata
Da noi sempre si´ adorata.
Trinita de gloriosa
Unita maravigliosa
Tu se´ manna savorosa
A tut´ or desiderata.

Hohe, selige Dreifaltigkeit,
Stets von uns verehrt.
Ruhmreiche Dreifaltigkeit,
Wunderbare Einheit.
Du bist das köstliche Manna,
Nach welchem wir uns immer sehnen.

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Weiß mir ein Blümlein blaue

Weiß mir ein Blümlein blaue, von himmelischem Schein;
Es stat in grüner Aue, es heißt Vergißnitmein.
Ich konnt es nirgends finden war mit verschwunden gar.
Von Reif und kalten Winden ist es mir worden fahl.

Das Blümlein, das ich meine, ist braun, steht auf dem Ried,
Von Art ist es so kleine, es heißt: nun hab mich lieb.
Das ist mir abgemähet wohl in dem Herzen mein:
Mein Lieb hat mich verschmähet, wie mag ich fröhlich sein?

Das Blümlein, das ich meine, das ist rosinenrot,
Ist Herzenstrost genennet, auf breiter Heid es stoht.
Sein Farb ist ihm verblichen, der Wohlgemut hat verdorrt.
Mein Lieb ist mir entwichen, verlorn han ich mein Hort.

Weiß mir ein Blümlein weiße, staht mir in grünen Gras,
Gewachsen mit ganzem Fleiße, das heißt nun gar: Schabab.
Dasselbig muß ich tragen wohl diesen Sommer lang.
Viel lieber wollt ich haben, daß mich mein Buhl umfang.

Mein Herz, das liegt in Kummer, das mein vergessen ist,
So hoff ich auf den Sommer und auf des Maien Frist.
Der Reif, der ist vergangen, dazu der kalte Schnee;
Mein Lieb hat mich umfangen, nun, Winter, heißt´s Ade!

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